Gerade unter der Fülle von Guitar Hero Spielen, sticht eines mit dem trächtigen Namen “Guitar Hero: Metallica” deutlich hervor, denn jeder Rock- oder Metalliebhaber dürfte bereits in irgendeiner Form mit Metallica in Berührung gekommen sein. Da Metalausbeute bei den Guitar Hero Teilen, in meinen Augen, immer recht mager war, kam dieses Spiel gerade Recht. Natürlich kann man nun darüber streiten ob ein Preis von über 50 Euro für ein einfaches Spin-Off gerechtfertigt ist, doch was einem geboten wird, kann sich durchaus sehen lassen.

Das Spielprinzip dürfte hinlänglich bekannt sein und wurde von mir bereits in dem Artikel “Zeit zum ‘abrocken’, denn die Bühne gehört uns” ausreichend beschrieben. Auf ein paar Dinge möchte ich jedoch gesondert hinweisen. Seit “Guitar Hero: World Tour” verfügt die Reihe über einen kompletten Satz Bandinstrumente, ganz nach dem Vorbild von Rock Band. Auch das Metallica Spin-Off macht da keine Ausnahme, so habt ihr die Möglichkeit euch als Sänger, Bassist, Gitarrist oder Drummer zu betätigen. Eine weitere Neuerung gegenüber “Guitar Hero: World Tour” ist der sogenannte “Expert+” Schwierigkeitsgrad. Dieser ist nur für Schlagzeuger verfügbar und setzt auf massiven Einsatz der Double-Bass. Um diesen Schwierigkeitsgrad vernünftig spielen zu können, benötigt ihr ein zweites Bass-Pedal, welches ihr, mithillfe eines einfachen Mono-Splitters, an euer Schlagzeug anschließt. Für Gitarristen hat sich wenig geändert, außer das es vorkommen kann, dass ihr, wenn ihr eine lange Note angeschlagen habt, ihr eine weitere Note anschlagen müsst, während die vorherige noch klingt. Dies klingt erstmal reichlich unspektakulär, bringt aber ein wenig mehr Dynamik ins eigene Spielen.

Doch was lässt dieses Spiel zu einem der Besten Guitar Hero Teile aufsteigen? Es ist einfach die Liebe zum Detail, die hier ausschlaggebend ist. Das fängt bei der Präsentation an, wo sämtliche Bandmitglieder für Motion-Capturing-Aufnahmen zur Verfügung standen um möglichst echte, und bandtypische, Bewegungsabläufe zu inszenieren. Es geht weiter mit der Auswahl der Bühnen, welche allesamt Highlight in der Geschichte Metallicas repräsentieren. Auch die Titelliste kann sich sehen lassen, denn jedes Stück geht mächtig auf die Ohren. Eine wirklich erstklassige Auswahl wird einem präsentiert. Natürlich hätte sich der ein oder andere statt diesem eben jenen Song gewünscht, das macht die Auswahl aber nicht weniger schlecht. Weiter glänzt das Spiel mit vielen Hintergrundinformationen über die Band, die Songs und die Entwicklung des Titels. Geboten wird einem für ein Spin-Off extrem viel [Guitar Hero: Van Halen dagegen, enttäuschte mich ziemlich].

Zum Schwierigkeitsgrad sollte man auch ein paar Worte verlieren, denn es fängt sachte an [wobei es durchwegs schwerer als Guitar Hero: World Tour daherkeommt], wird aber später, vor allem im letzten Drittel der Tracklist, bockschwer, so dass man sich an manchen Songs, vor allem aus den 80ern, die Zähne ausbeißen wird. Echte Profispieler tun dies aber nach kurzer Zeit auch mit einem müden Lächeln ab, nur wer kann das schon von sich behaupten? Ich jedenfalls nicht!

Nach all der Begeisterung komme ich jedoch nicht umher, ein paar Mankos aufzuzählen. Downloadbare Inhalte gibt es garkeine in dem Spiel, jedoch dürften sich gerade XBOX360-Spieler über den Umstand freuen, dass sie die herunterladbaren Songs vom “Death Magnetic”-Album, welches als DLC für Guitar Hero III verfügbar war ins Spiel importieren dürfen. Playstation 3 Spieler dürfen sich ebenfalls über diese Funktion freuen. Wii-Spielern jedoch, bleibt diese Möglichkeit verwährt. Dafür wartet die Wii aber mit 3 Songs aus dem Album auf. Schade dabei ist nur, dass diese bereits in “Guitar Hero: World Tour” als DLC angeboten wurden und somit nichts neues bieten. Wer das volle “Death Magnetic” auf der Wii spielen will, muss letzten Endes zu “Guitar Hero 5″ greifen und die Songs im Downloadshop erwerben. Für mich als Wii-Spieler, war das ein herber Schlag ins Gesicht, jedoch bin ich froh, dass ich überhaupt die Möglichkeit besitze an die Songs zu kommen.

Trotz dem fehlenden DLC und der fehlenden Importfunktion in der Wii Version, kann ich das Spiel nur wärmstens empfehlen, denn selten hatte ich so viel Spaß mit einem Spin-Off.