saw20posterMorgen startet die moderne Endlosserie des Folterhorrors in seine sechste Auflage. Zeit also, mein Filmtagebuch um diese Erfolgsstory zu erweitern. Doch was zeichnet SAW für die heutige Generation von Kinogängern und Horrorliebhabern aus? Vermutlich das gleiche wie einst “Freitag der 13.” oder “Nightmare on Elm-Street”: “Brutalität!”. Bevor sich SAW aber zu einem übertriebenem Fest aus Blut und Gedärmen entwickelt hat, stand eine Idee. Es sollte ein beklemmender Psyhothriller werden. Als SAW ins Kino kam, erwartete den Besucher etwas Unbekanntes, sogar etwas, was der Kinogänger vorher nicht gesehen hat. Es waren Kombinationsgabe, starke Nerven und Konzentration vom Zuschauer gefordert, denn das Konzept war für Hollywood neu und obendrein sehr erfolgreich.

Zur Handlung gibt es nur folgendes zu sagen: “Ein Psychopath bringt zwei scheinbar willkürlich ausgewählte Personen in seine Gewalt, um ein teuflisches Spiel mit ihnen zu treiben. Eingeschlossen in einen kargen, spärlich ausgestatteten Baderaum ist es nur durch Töten des jeweils Anderen möglich, das “Spiel” des Killers zu gewinnen und somit zu überleben. Während sich die Situation mehr und mehr zuspitzt, gelingt es den Geiseln Stück für Stück die düsteren Hintergründe des sadistischen Treibens zu entlarven. Doch kann man sich untereinander überhaupt trauen?” [Quelle: ofdb.de]

Mit wenigen Mitteln wurde hier das Maximum herausgeholt, so sind die Hintergründe ausgeklügelt und komplex und die Stimmung äußerst beklemmend. Die Teilnehmer des geisteskranken Spiels, sollen das Leben zu schätzen lernen, so wie es einst John Kramer, alias Jigsaw erkannt hat. Man soll sich von seinen Sünden reinwaschen und fortan, ein besserer Mensch sein. Diese Erkenntnis sollen die Protagonisten darin erlangen um ihr Leben kämpfen zu müssen. Neben der Handlung in dem engen Badezimmer verläuft parallel die Fahndung nach Jigsaw, welche einige Überraschungen für den Zuschauer bereit hält.

Doch was unterscheidet den ersten Teil nun wirklich von den folgenden? Allein das Drehbuch, welches mit wenigen Logiklücken aufwartet, ist anders gestrickt so. Im ersten Teil heißt die Devise mit Angst zu schocken. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass die gezigte Gewalt zwar sehr explizit, aber selten vorkommt. Man kann sogar so weit gehen, dass der erste Teil äußerst Blutleer daherkommt und die Angst über die Psyche aufgebaut wird. Dies ist dem ersten Teil der Endlosserie hervorragend gelungen und ich hätte damals nicht erwartet, dass sich das ursprüngliche Konzept von SAW zu dem entwickelt, was es heute ist.

Fazit: Neu, schockierend und beängstigend, daher 9 von 10 Punkten.