Gran Torino

Gran Torino

Der Abspann lief gerade zuende und der Film hinterließ doch einen bleibenden Eindruck in meinem Kopf. Die Rede ist von Gran Torino mit Clint Eastwood in der Hauptrolle. Zuletzt haben wir ihn in Million Dollar Baby auf der Leinwand gesehen, welcher in meinen Augen ein kleines Meisterwerk war. Nun feierte er mit Gran Torino seinen Leinwandabschied und was für Einen. Zukünftig wird er nur noch hinter der Kamera agieren. Die Inhaltsangabe des Filmes, liest sich wie folgt:

Der verwitwete Koreakrieg-Veteran Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ein verbitterter Misanthrop. Für die jüngere Generation hat er ob deren angeblicher Respektlosigkeit nur Verachtung übrig, das Verhältnis zu seinen eigenen Kindern ist eisig. Liebe und Zuneigung erfahren lediglich sein Hund Daisy, sein altes Sturmgewehr sowie sein pedantisch gepflegter Ford Gran Torino.

Dass Kowalskis einst geliebtes Viertel zunehmend von Migranten vor allem aus Südostasien überschwemmt wird, ist dem pensionierten Fabrikarbeiter ein massiver Dorn im Auge. Beim Einzug einer koreanischen Familie ins Nachbarhaus, macht der rassistische Rentner auch keinen Hehl aus seiner Verachtung. Als deren halbwüchsiger Sohn Taoh (Bee Vang) im Zuge eines Initiationsrituals ausgerechnet Kowalskis geliebten Gran Torino stehlen soll, droht die angespannte Situation zu eskalieren…
Quelle: ofdb.de

Doch es geht, wie von Eastwood zu erwarten, nicht um blinden Rassismus und ganz sicher nicht um den titelgebenden Wagen. Diese Einleitende Geschichte ist nur der Zündfunke, der die Geschehnisse ins Rollen bringt. So freundet sich Kowalski im Laufe des Filmes mit Taoh an, erfährt über die Hintergründe und Probleme der Koreaner, lernt sogar sie zu achten, denn Taoh ist ein Junge, der am Scheideweg steht und die zu treffenden Entscheidungen sein Leben nachhaltig beeinflussen würden. Taohs Cousin ist nämlich der Kopf einer koreanischen Gang. Mehr möchte ich euch in diesem Zuge nicht erzählen, denn das wäre unfair für jeden, der den Film noch sehen will.

Bei Gran Torino handelt es sich um ein ausgesprochen tiefgründiges Drama, um einen Mann, der nichts und niemanden auf der Welt wirklich leiden kann. Eastwood [welcher gleichzeitig Director des Filmes ist] verzichtet vollkommen auf Sezialeffekte und setzt auf pure Handarbeit. Allein das macht den Film schon zu einer kleinen Ausnahme auf dem Markt, denn es gibt kaum einen Film, in dem Waffen vorkommen, der vollkommen auf hirnlose Explosionen verzichtet. Weiter macht Eastwood auch vor der Kamera, nach wie vor, eine gute Figur. Er spielt die Rolle des Walt Kowalski derart überzeugend, dass man meinen könnte: “Ja, so ist der alte Sack bei mir nebenan auch!”. Das Ende des Filmes ist vollkommen unerwartet und erfrischend anders, als man es von vergleichbaren Filmen gewohnt wäre.

Alles in allem ist Gran Torino ein ganz großes Heimkino-Highlight des Jahres 2009 daher dürfte die Punktevergabe wenig verwundern:

10 von 10 Punkten, einfach perfekt [und das sage ich selten über einen Film, ich würde sogar noch mehr Punkte vergeben].

Nachwort: es ist ausgesprochen schade, dass man Clint Eastwood nun wirklich zum letzten Mal vor der Kamera gesehen hat. Zum Glück agiert er weiter als Director hinter der Kamera, so dass man sich vielleicht noch auf die ein oder andere Perle freuen kann.

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