Neider, fehlende Quellenangaben und selbst ernannte Experten.
Piet, Betreiber von online-cash.org, berichtete vor einiger Zeit in seinem Artikel Neidgenossen in der Blogosphäre? über vermeintliche Neider im Weltweiten Netz. Tanja, ihres Zeichens Betreiberin des Blogs crazytoast.de, nahm sich dieser Thematik an und berichtete in ihrem Artikel Verlinkt Ihr Eure Inspirationsquellen oder geizt Ihr mit Euren Trackbacks? über Linkgeiz. Weiter berichtet Andy auf seinem Blog in einem weiteren Artikel Contentklau: Was kann man gegen Contentklau machen? über das Kopieren von gesamter Artikel, auch genannt Contentklau. Besonders nach Tanjas Artikel gab es eine recht aufschlussreiche Diskussion über die Thematik, wo Neid, Missgunst, Linkgeiz und auch Contentklau auf dem Tagesplan standen. Man kann sagen, dass sich die Blogger darin einig sind, dass ein Trackback immer zu einer Inspiration gehört oder zumindest eine Quellenangabe. Contentklau ist ein absolutes NoGo in der Blogosphäre. Wer etwas anderes behauptet, hat sich scheinbar mit den ungeschriebenen Regeln nicht auseinander gesetzt. Natürlich kann es passieren, dass man einmal einen Link vergisst, darum geht es auch garnicht, aber es kann nicht sein, dass man sich mit den Blumen anderer schmückt [und sei es auch nur durch eine Inspiration] und dann keinen Hinweis darauf gibt, woher man die Idee hatte. Denn, das scheint vielen nicht klar zu sein, im Internet herrschen die gleichen sozialen Regeln wie auch im realen Leben. Damit wäre ich auch gleich beim Thema.
Im Zuge der steigenden Online-Anschlüsse in Deutschland konnte ich in den letzten Jahren einiges beobachten. Die Zahl der Hater [ich hasse alle und jeden], Flamer [ich hab überall was zu meckern], Pros [ich kann alles und zwar besser als du], Trolle [ich schmeiß mal was in den Raum, egal wie schwachsinnig es ist] und Neider hat unheimlich zugenommen. Es gibt kaum ein Newsforum, wo diese Individuen anzutreffen sind. Das erstreckt von harmloser, meist unbegründeter, Kritik, bis hin zu blindem Fanatismus und üblen Beleidigungen. Doch woher kommt das? So extrem habe ich es im realen Leben noch nicht miterlebt. Vielleicht liegt es an der vermeintlichen Anonymität des Internets. Es werden Inhalte kopiert und als eigene ausgegeben, viele halten sich für Experten in Bereichen Multimedia, Psychologie, Software, etc., obwohl sie bei tiefergehenden Fragen entweder den Schwanz einziehen oder anfangen einen zu beleidigen. Wäre man im realen Leben mit solchen Menschen in einem Raum, würde man wohl schlagartig die flucht ergreifen.
Warum, tun diese Menschen das? Warum ist scheint es so wichtig, sich profilieren zu wollen? Warum achtet man das geistige Eigentum anderer nicht? Mir kommt es oft so vor, als wenn sozial schwach geartete Menschen [dabei spielt es keine Rolle ob arm oder reich] gewisse Komplexe ausgleichen müssen. Es scheint unheimlich wichtig sich eine Scheinwelt aufzubauen in der man alles weiß, weil das reale Leben es nicht gut, oder auch zu gut, mit einem meinte. Arm oder reich spielt deswegen keine Rolle, da wir hier in Bremen den schönen Begriff der Wohlstandsasozialität haben. Leute, die seit Generationen von den einmal erwirtschaftetem Vermögen leben, benehmen sich teilweise nicht besser als der letzte Drogenabhängige, der Stehlen geht um sich den nächsten Schuss zu besorgen. Letztere kann ich sogar besser leiden als erstere, villeicht spricht da der Neid, denn ich habe keine Millionen, die ich einfach auf den Kopf hauen kann. Aber zurück zum Netz, denn dort scheint es mir, dass sämtliche Anstandsregeln einfach vergessen werden, denn man hat dort mit Namen und scheinbar nicht mit Personen zu tun. Was soll der kleine Mann denn machen, wenn ich ihn im Netz beleidige, oder einfach seine Inhalte als meine ausgebe? So, oder so ähnlich hat sich mal ein Bekannter mir gegenüber geäußert. Er war fest davon überzeugt, dass man ihm nichts anhaben könnte, da er ja absolut anonym im Netz sei, weil er etliche Proxys geschaltet hat [Anmerkung: Das ist technisch garnicht so einfach möglich, denn bei freien Proxy-Servern, die man hintereinander schaltet, kann man sich freuen, wenn das Datenpaket überhaupt noch am Ziel ankommt. Das Geld für mehrere Rootserver haben wohl die wenigsten]. Als ich ihm versuchte zu erklären, dass er nie anonym sein wird, hieß es nur lapidar ich hätte keine Ahnung. Bezogen darauf kann ich nur sagen, dass ein Datenpaket immer von A nach B wandern muss und so lange man an seinem eigenen PC mit eigenem Internetanschluss sitzt, so ist der Ursprung immer noch das eigene Heim, also kann man es auch bis dahin zurückverfolgen.
Ich würde mir manches mal echt gern etwas mehr Moral im Internet wünschen, denn die Leute die aktiv an gewissen Communitys teilnehmen, werden durch die schwarzen Schafe nur abgeschreckt. Natürlich sollte man auch hier differenzieren zwischen kleineren Vergehen wie mal jemand persönlich anmeckern und ganz klaren Rechtsverletzungen in Form von fehlenden Quellenangaben und Contentklau. Letzteres halten aber viele für genauso lapidar, wie eine simple Meckerei. Man vergisst nur ganz gern dass, im Gegensatz zum realen Leben, der Ruf im Netz viel größere Bahnen zieht und kaum wieder zu korrigieren ist, wenn er einmal an die Wand gefahren wurde. Das scheint einigen aber auch egal zu sein.
Können wir etwas daran ändern? Nicht direkt, aber Communitys formen Gemeinschaften und Gemeinschaften sind als Gruppe stark. Wer sich nicht an die Regeln der verschiedenen Communitys hält, muss damit rechnen an den Pranger gestellt und ausgeschlossen zu werden. Wie seht ihr das? Verhaltet ihr euch immer regelkonform im Netz oder meint ihr, ihr hättet die Freiheit Dinge zu tun, die ihr im realen Leben nicht tun würdet?
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Tags: Bloggen, Missgunst, Neid
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Danke für die Nennung
.-= Andys letzter blog ..Radurlaub in Andermatt – Tag 3 – Susten, Grimsel und Furkapass =-.
@Andy: Gehört sich schließlich so
Zwar behandelst du hier 3 Themen in ein Artikel (linkgeiz, Content Klau und Benehmen im Internet) aber im großen und ganzen gehe ich mit dir konform.Besonders schlimm finde ich den Ton in manche Foren. Hier wollen wohl die ewig unter druckten sich wohl besonders zeigen.
.-= Peters letzter blog ..IFA 2009 Neuheiten =-.
@Peter: So scheint es mir auch. Besonders schlimm ist da das Golem.de und das Heise.de Forum. Der Umgangston dort, hält mich auch sehr oft davon ab, etwas zu schreiben.
Hallo,
es sind sehr wichtige Aspekte, welche du hier ansprichst und ich persönlich sehe solche Sachen ebenfalls nicht ein. In den Foren bin ich aus solchen Gründen kaum aktiv, da dort sich beinah schon jeder als Experte ausgibt und alles besser weiss und andere bei jedem neuen Post in die Schranken weisen muss. Es sind ja alle so erfolgreich, wenn man manche Foren so liest.
Was Foren anbetrifft, schnappe ich mir nur Tipps auf und dann bleibt es an mir, diese umzusetzen.
Der Umgangston ist in solchen Foren oft überheblich oder oft asozial, wie auch immer. Die Blogosphere finde ich doch schon viel viel entspannter und hier unterhält man sich so gut wie immer auf einer Wellenlänge ohne schwerwiegende Beleidigungen.
Vor allem Beleidigungen haben in den Kommentaren nichts zu suchen, finde ich. Entweder man hat bei einer Diskussion gute Argumente und debattiert oder man bleibt sachlich und gut ist. So schwer kann es doch nicht sein:-)
Wenn ich mal durch den Wind bin bzw. frustriert oder Ähnliches bin, blogge ich nicht und gehe überhaupt nicht online. Meckern ist OK und das kann man auch, solange es nicht zu einer Beleidigung übergeht.
Google merkt sich alles und vor allem als Blogger ist es extrem wichtig, dass man eine saubere und sachliche Weste anhat:-) Ich versuche sogar eine Reihe von Social Network Profilen immer wieder mit aktuellen Infos zu versorgen etc. Sich einfach ein gutes Webimage aufbauen. Was spricht schon dagegen!? Keine Streits, keine Zankereien im Web usw. usf. Ein Blogger braucht seine Ruhe!!
.-= Alex L.s letzter blog ..Gewinner-Bekanntmachung von Internetblogger.de-Gewinnspiel =-.
Ich glaube da gibt es mehrere Gründe, warum einige Menschen so sind, wie Du es beschreibst. Als erstes fallen mir die ein, die schlicht und ergreifend einen “Knall” haben. Und dann noch die Fraktion der Neider und Missgünstigen. Viele dürften sich auch erst besser fühlen, wenn sie andere schlecht gemacht haben, aber im Grunde genommen ist für alle eines klar: Sie kommen mit sich und ihrem Leben nicht wirklich zurecht, sind nicht glücklich und versuchen auf diesem anonymisierten Wege zu ihrem persönlichen Glück zu finden. Dass dies der falsche Weg ist, dürfte vielen erst recht spät oder gar nicht klar werden
.-= Crazy Girls letzter blog ..Gibt es wieder Trackback Probleme – oder immer noch? =-.
Ich kann Dir auch bloss vorne und hinten zustimmen. Grade eben hatte ich wieder so einen Flamer. Mich stört es nicht und ich denke das es sich bei solchen Leuten eh um Zivil- und Reallife Versager handelt, die nur im Internet ihre grosse Klappe auffreissen, weil sie im echten Leben von Mama oder Frau eins auf den Deckel kriegen.
.-= Saschas letzter blog ..20 Jahre Mauerfall – Einigkeit und Recht und Freiheit =-.