All the Boys love Mandy Lane

All the Boys love Mandy Lane

Eigentlich sollte der Film “All the Boys love Mandy Lane“, kurz “Mandy Lane” unter dem Senator Sub-Label “Autobahn” erscheinen. Da “Autobahn” aber bereits aufgegeben wurde, mussten wir auf eine schöne Steelbook-Veröffentlichung verzichten. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich den Film erst relativ spät gekauft habe, denn eine normale Edition in einer Amaray-Hülle bekommt man immer und überall. Weiter hat mich das übergroße FSK Logo davon abgehalten. Als das gute Stück aber für runde 8 EUR in einem der großen Elektronikmärkte zu finden war, konnte ich doch nicht widerstehen und so fand sich “Mandy Lane“, zu Recht, in meiner heimischen DVD-Sammlung ein.

Mandy Lane” ist ein recht untypischer Slasher, der viel von den gezeigten Bildern lebt. Amber Heard, welche die Mandy Lane verkörpert, ist wirklich schön anzusehen. Vor allem hat sie etwas sehr naives und unschuldiges an sich, was mich zuerst etwas beeindruckte. Aber bevor ich in meine Lobpreisungen über die Macher ausschweife, gebe ich euch einen kleinen Überblick über die Hintergrundgeschichte. An sich ist die Geschichte so banal wie unüblich für einen Slasher. Mandy Lane ist das begehrteste Mädchen der Schule und bei einem Wochenendtrip von ein Paar Jugendlichen, inkl. besagter Mandy Lane, sind die Kerle alle scharf auf die Blondine. Ein Protagonist nach dem anderen wird im Laufe des Films abgemurkst, damit dann auch die Thematik eines Slasherfilms erfüllt ist. Viel mehr Handlung hat der Film nicht zu bieten, das ist aber auch nicht weiter schlimm, da in dieser Produktion kein längerer Zeitraum umrissen wird, sondern alles recht kurz und kompakt stattfindet.

Gerade von dieser Kompaktheit lebt der Film. Der Wochendtrip findet auf einer alten Farm statt, wo weit und breit niemand zu erreichen ist. Die Morde sind nicht übermäßig brutal, oder kreativ. Dafür verläuft die Handlung so, als wenn sie im richtigen Leben unter Teenagern stattfinden könnte. Es gibt keine größeren Logiklücken, jeder Charakter ist sorgfältig ausgearbeitet; so bekommt man nicht den Gedanken, dass jede Figur doch irgendwie austauschbar wäre. Jede Figur ist einzigartig und auf seine Art sympathisch. Der Fokus liegt natürlich vollkommen auf Mandy Lane. Der Soundtrack ist stimmig in den Film eingearbeitet und versaut das Ambiente nicht mit irgendwelchen unpassenden Tönen. Alles in allem wirkt es so, als wenn der Regisseur extreme Libe zum Detail zeigt, jede Kameraeinstellung oder Kamerafahrt ist wohl gewählt und erzeugt immer einen ganz bestimmten, gewollten Eindruck auf den Zuschauer. So zeigt die Kamera in der Eröffnungssequenz Mandy Lane, aber nicht in der Totalen, sondern aus dem Blickwinkel wie sie, aufgrund ihrer Schönheit betrachtet wird. Der Fokus liegt also kurz auf Ihrem Körper. Weiter gibt es im filmischen Verlauf kaum Hinweise auf die Auflösung am Ende, was sich sehr deutlich vom Teenie-Slasher-Genre absetzt. Dem Zuschauer wird nicht viel Freiraum zum denken gelassen und dennoch erwartet ihn ein gewisser Tiefgang. Ich hätte nicht erwartet, dass eine Alternativ-Produktion ohne großes Budget derart perfekt inszeniert sein kann. Für mich ist der Film ein absolutes Highlight in meinem DVD-Regal und ich würde mich unheimlich freuen, wenn irgendwann eine “Collector’s Edition” erscheinen würde. Dies wird wohl aber ein Wunschtraum bleiben, denn sonderlich erfolreich war dieser Film bisher nicht.

Nach all der Lobpreisung bekommt der Film, meiner Meinung nach, verdiente 10 von 10 Punkten. Schade, dass es nicht mehr dieser Art gibt!

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