Wir leben in einer Welt der multimedialen Reizüberflutung, denn kaum einer kann sich ein Leben ohne Cyberspace, Videospiele, Spielkonsolen, PCs, Fernseher, IP-TV, Telefon, VoIP, DVD, BR, DVB-C/S/T, etc. vorstellen. Die Frage, die ich hierbei erörtern möchte, ist die, ob uns das alles wirklich nutzt? So unvorstellbar uns heute eine Welt erscheint, in der es diese Dinge nicht gibt, so alltäglich war sie noch Mitte des letzten Jahrhunderts. Aber auch damals wussten die Menschen viel mit ihrer Zeit anzufangen. Natürlich ermöglicht uns der technische Fortschritt neue Geschäftsperspektiven, dennoch landet jeglicher Fortschritt doch wohl eher in der Unterhaltungsindustrie. Noch vor 5 Jahren haben Bewegungssensoren ganze Räume gefüllt und wurden wissenschaftlich genutzt, heute wurden sie miniaturisiert und nennen sich Six-Axis, WiiMote und WiiMotion+. Vor ein paar Jahrzehnten waren Computer ausschließlich für Berechnungen zuständig und füllten ganze Kellerräume, heute ersetzen sie DVD-Player, TV-Recorder, CD-Player, DVB-C/S/T Empfänger, Schreibmaschinen, etc. Der Computer ist zu einem Alleskönner entwickelt worden und die Haushalte in denen ein PC fehlt sind verschwindend gering. Vor 60 Jahren war Personenflugverkehr undenkbar, heute ist es günstiger als Zugfahren. Man könnte diese Liste unendlich erweitern, aber die “Innovation”, die das Leben vieler verändert hat, dürfte wohl das Internet sein.

Könnt ihr euch ein Leben ohne das Internet vorstellen? Ich meine nicht wenige Wochen, sondern ein komplettes Leben! Ich persönlich kann es nicht. Ich erfahre täglich so viele Dinge, die mich interessieren ohne auf “veraltete” Printmedien zurückgreifen zu müssen. Das Internet bietet die Möglichkeit immer und überall aktuell zu sein, ohne auf Redaktionsschlüsse oder dergleichen angewiesen zu sein. Man erhält unzähliges Feedback, Meinungen und interessante Einblicke in den Alltag anderer. Es geht sogar so weit, dass sich vor allem Jugendliche auf Plattformen wie meinVZ, StudiVZ, mySpace, Facebook, etc. virtuell “prostituieren” [keine körperliche Prostitution, sondern seelische]. Wenn ich etwas über verflossene Schulbekanntschaften wissen möchte, reicht ein wenig Recherche im Netz und ich weiß, wo die Person wohnt, welcher Tätigkeit sie nachgeht, ob die Person in einer Beziehung steckt, oder glücklich im Arbeitsleben ist. Das sind alles Dinge, die ich in meinem Freundeskreis preisgebe, aber nicht vor aller Welt. Und genau hier liegt wohl auch der Knackpunkt, denn man ist im Internet nicht anonym, auch wenn viele sich in dem Glauben wägen es wäre so. Anhand einer IP kann man herausfinden, wo die Person sitzt, auf wen der Anschluss zugelassen ist. Einfach jede Aktivität lässt sich verfolgen. Selbst wenn man die Person nicht kennt, ist es ein leichtes anhand seiner Online-Tätigkeit ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Leute die sich dessen bewusst sind, achten ziemlich genau darauf, was sie von sich geben. Der Rest schreibt munter weiter, beleidigt in Foren, ernennt sich selbst zum Experten, tut all das, was er im realen Leben nie tun würde. Meine Frage daher an den geneigten Leser? Bringt uns Innovation immer etwas gutes oder sind es, wie so oft, zweischneidige Schwerter?

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